Turmfalke

Vorkommen:   

ganzjährig (aber im Sommer und Winter selten zu sehen) am Seddiner See, am kleinen Seddiner See und am Pfefferfließ

Merkmale:        

kleiner als eine Elster, langer Schwanz, der im Flug sehr schmal ist (typische Flugsilhouette), beim „rütteln“ aber breit aufgefächert wird, so dass man die schwarzer Binde kurz für dem Schwanzende erkennen kann, Männchen mit grauem Kopf und rostrotem Rücken und Schultern, die Flügelenden der Oberseite sind schwarz, schwarzer Gesichtsstreifen an beiden Wangen, Unterseite hell mit brauen Streifen, auch gestreifte Flügelunterseiten, Weibchen mit braunem Rücken und Flügeln, aber heller an den Schultern, Unterseite wie Männchen

Nahrungsverhalten:     

kreist über wilden Wiesen, kann in der Luft stehen und rütteln, dann schneller Sturzflug, nicht sehr erfolgreich

Begegnungen:

Schon vor Jahren habe ich gelegentlich mal einen Falken über unsere Wiesen fliegen sehen. Falken sind leicht zu erkennen, weil sie schlanker und kleiner sind als Milane und Bussarde, aber trotzdem ganz eindeutig Merkmale von Greifvögeln aufweisen. Sie haben im Flug einen Knick im Flügel. Ich kenne nur Fischadler und Turmfalken als Vögel, die „rütteln“. Unter „rütteln“ versteht man das Fliegen und „mit den Flügeln schlagen“ an einer Stelle in der Luft, wie bei einem Kolibri. Weil der Turmfalke der häufigste Falke in Deutschland ist, bin ich immer davon ausgegangen, dass die Falken bei uns zu dieser Spezies gehören.

 

Bei einem Ausflug in die Elbauen habe ich einen Turmfalken in einem Baum sitzen sehen und einige schöne Fotos gemacht. Aber da die Elbauen nun mal nicht meine Heimat sind, konnte ich ihn nicht in meine Rubrik „heimische Vögel“ aufnehmen, solange ich keinen Fotobeweis hatte, dass es ihn auch immer noch bei uns gibt.

 

Ende April kam mir dann auf der Wiese am See einer vor die Linse. Dabei musste ich feststellen, dass dieser Greifvogel im Gegensatz zu seinen größeren „Verwandten“ gar nicht so leicht zu knipsen war. Zum einen fliegt er sehr viel schneller, gleitet fast gar nicht und wechselt oft die Richtung. Zum anderen scheint er nur dort zu jagen (also zu „rütteln“), wo grade weit und breit kein Mensch zu sehen ist (nachvollziehbar, denn die Mäuse nehmen Reißaus, wenn Menschen angetrampelt kommen). Das ist sogar für mein Teleobjektiv ziemlich weit weg. Es dauerte lange, bis ich schöne Fotos für meine Homepage hatte. Hier 2 vom Männchen und 2 vom Weibchen.

 

 

Die besten Bilder gelangen mir am kleinen See, weil ich dort versteckt am Waldrand stand, während ein Turmfalkenpaar über die Wiese nach Beute suchte. Dort gelangen mir auch Aufnahmen, wie die beiden Vögel nur wenige Meter nebeneinander „rüttelten“, aber wegen der Entfernung war die Qualität nicht berauschend.

Über meinem Wald fliegt er nicht häufig, trotzdem ist mit ein „Abflug“-Foto geglückt. Ich hatte ihn in eine große Kiefer einfliegen sehen. Die Bilder im Sitzen waren suboptimal. Hätte auch eine Taube sein können.

Irgendwann knipste ich dann doch mal einen Falken, der Beute gemacht hatte. Leider ist nicht zu erkennen, um was es sich handelt. Nur: sehr groß ist der Leckerbissen nicht, darum tippe ich auf eine Maus.

Ich habe den Turmfalken schon so oft rütteln und „runter stoßen“ sehen, aber irgendwie war diese Spezies auf meinen Fotos meistens kein erfolgreicher Jäger. An den Ungeheuerwiesen bei Blankensee habe ich dann ein Weibchen geknipst, das offensichtlich Beute in den Fängen hat. Was es ist, kann ich nicht erkennen. Aber es ist eine Präsentation wert.

Im Sommer sehe ich diesen Vogel selten. Vielleicht ist da die Nahrungskonkurrenz mit den anderen Greifvögeln zu groß. Die Milane sind deutlich größer als die Falken, darum weichen die kleineren Räuber vermutlich in andere Gebiete aus. Wenn die Milane im Herbst das Revier verlassen, wird der Turmfalke wieder sichtbar. Dann muss er sich nur noch mit dem Bussard rumärgern!

Manchmal ist dieser Vogel zu beschäftigt, um mich als Störenfried zu beachten. Dann komme ich näher ran und meine Bilder werden natürlich besser. Hier kommt eine Fotostrecke vom September 2018 an der Wiese am See. Der kühne Jäger flog ziemlich niedrig, darum habe ich tatsächlich nicht immer den Himmel als Hintergrund.

 

 

 

 

Diese Bilder sind vom Dezember 2018 an der großen Wiese. Der Räuber saß in einer laublosen Eiche und fiel mir wegen seiner Größe sofort auf. In diesem Terrain jagt er selten. Und es war bitter kalt, weshalb er sich flauschig aufplusterte und nicht nervös das Weite suchte, als ich mich näherte. Zum ersten Mal bemerkte ich die schwarzen Punkte, die scheinbar auf jedem Flügelende zu finden sind.