Käfer und Spinnen

Wie schon bei den Vögeln muss ich einige Insektenarten zusammenfassen, damit meine Seiten nicht ausufern. Da ich von krabbelnden Insekten so wenig weiß und mir auch nicht vorstellen kann, dass ich mein Leben der Beobachtung von Käfern widme, will ich dieses Kapitel ähnlich straff gestallten wie z.B. die Schmetterlinge. Und weil ich bisher wenige Spinnenarten abgelichtet habe (mein Interesse an Fotos dieser Spezies war aus vielleicht verständlichen Gründen bisher eher klein), finden sie bei den Käfern „Zuflucht“. Allerdings muss ich zugeben, dass mich Insekten immer mehr faszinieren. Ich hoffe, das ist kein Zeichen dafür, dass ich langsam schrullig werde. Es gibt so viele verschiedene Arten, die durch Farben und metallische Effekte auffallen, dass das Fotografieren wirklich Spass macht. Nicht nur bei Schmetterlingen und Libellen gibt es bizarre Schönheiten, auch bei den anderen Kerbtieren lohnt sich gelegentlich ein genauerer Blick. Und ich entdecke immer wieder neue „Aliens“, im Gegensatz zu den wilden Säugetieren. Außerdem hat die Wissenschaft festgestellt, dass die Insekten-Quantität rapide abgenommen hat. Sogar meinem Nachbarn ist aufgefallen, dass im Sommer die Insektenleichen auf seiner Windschutzscheibe immer weniger werden. Ein Grund mehr, die Übriggebliebenen zu präsentieren.

Ich stelle hier also Viecher vor, die 6 oder 8 (oder noch mehr) Beine haben. Die Reihenfolge wird ungeordnet sein, chaotisch und beliebig, das passt zu den Insekten (natürlich nicht zu mir :)  ). Und neue Arten hänge ich wie immer einfach hinten dran. Es wird eine Seite für Neugierige und Mutige, die sich die kleineren Geschöpfe der Natur mal aus der Nähe ansehen wollen, ohne von den „Biestern“ belästigt zu werden. Apropos „belästigen“: Fotos von Zecken habe ich bisher nicht gemacht, obwohl sie zu den Spinnentieren gehören. Dabei sind sie in meiner Region häufig und fallen nicht nur meine Haustiere an. In einem normalen Sommer (2018 gehörte nicht dazu) entferne ich täglich aus mindestens einer Katze (oder dem Hund) mindestens 1-2 Zecken. Ich selbst muss normalerweise alle 1-2 Wochen mit Zecken auf der Haut rechnen. Aber wir vernichten die krankheitserregenden Parasiten immer sofort, und ich spüre keinen Drang, sie vorher oder hinterher zu knipsen. Vielleicht ändert sich das im nächsten Jahr, man weiß ja nie! Bei den Spinnen an sich hatte ich ja auch bisher keine Ambitionen.

Dabei möchte ich noch erwähnen, dass die Bestimmung von Käfern nicht so einfach ist, wie man denken möchte, auch wenn es im Internet Seiten gibt, bei denen man nur die offensichtlichen Merkmale anklicken muss. Für einige Krabbler gab es einfach keinen Treffer in der Datenbank. Vielleicht muss ich doch mal ins Naturkundemuseum gehen, obwohl es mir widerstrebt, meine Fotoobjekte anhand von Leichen zu identifizieren. Aber ich glaube, die Sammlung dort ist ziemlich vollständig. Also wie immer: keine Garantie für die richtige Benennung der Spezies, aber bei den meisten Arten bin ich mir sicher.

Wanzen

Feuerwanze

Diesen Käfer kennt jeder, der nicht blind durch die Natur geht. Durch seine „Feuerfarben“ ist er eigentlich unübersehbar. Er tritt bevorzugt im Frühjahr in gigantischen Verbänden auf und  bleibt  als Solist bis zum Herbst. Ich kann nichts Nachteiliges gegen ihn sagen, denn er ruiniert keine Pflanzen, kommt nicht in mein Haus und stinkt nicht.

Stinkwanze

Im Gegensatz zur Feuerwanze (die natürlich kein Feuer legt) macht die Stinkwanze ihrem Namen alle Ehre. Sie ist in meinem Garten zahlreich vertreten und landet gerne auf meiner Kleidung oder meinen Händen (aus welchen Gründen auch immer, vielleicht rieche ich so gut!). Andere Insekten kann man folgenlos „wegschnippen“, diese Wanze jedoch reagiert schon bei der leisesten Bedrohung mit dem Ausstoß einer Mief-Wolke. Manchmal sehe ich nicht mal, welchen Krabbler ich da beiläufig abgeschüttelt habe, aber danach rieche ich es sofort. Und der „Duft“ hält sich lange auf der Haut und in der Kleidung.

Optisch ist die Stinkwanze aber nicht abstoßend. Sie ist giftgrün und erinnert mich ein bisschen an ein Ufo, so dass meine Annahme, dass Insekten Aliens sind, mal wieder Bestätigung findet.

 

Rotbeinige Baumwanze

Diese Wanze gibt es auch in meinem Garten, aber nicht so oft wie die beiden anderen Arten. Auf den Fotos sieht man sie auf dem Stiel meines Pool-Keschers turnen. Sie hat den typischen platten, breiten Wanzenkörper und ist sehr hübsch gefärbt. Und sie stinkt nicht.

Streifenwanze

Für die Identifizierung habe ich ewig gebraucht. Genau genommen konnte ich sie erst vornehmen, als ich meine Käfer-Seite gestaltet habe. Denn ich fand, dass mein unbekannter „Freund“ vom Weg an der großen Wiese den Wanzen sehr ähnlich sah. Verrückt! Da googelt man „Wanzenarten in Deutschland“ und gleich das erste Foto zeigt die Streifenwanze (das Bild im Net ist allerdings schärfer). Also: willkommen im Club!

Braune Randwanze

Ende April war es höchste Zeit, den Pool von Algen zu befreien und mit frischem Wasser zu versorgen. Es war vorsommerlich warm und sonnig, so dass die Insekten langsam zum Leben erwachten. Natürlich landeten Etliche in meinem Pool, der zur Abwechslung vollständig aufgedeckt war. Ich rettete an diesem Tag unzählige verirrte Aliens. Allerdings waren mir die meisten Gesellen bekannt. Einen etwas größeren Käfer fotografierte ich vor der Rettung. Auf dem Foto sieht er fast aus wie ein Präparat unter einer Lupe, aber ich schwöre, er ist lebendig und trieb an der Wasseroberfläche meines Swimmingpools.

Sofort danach kam der Kescher zum Einsatz, und mein Neuling wurde gerettet. Die Identifikation später am PC war relativ einfach, weil er die typische Wanzenform hatte (auf dem Wasserbild nicht zwingend erkennbar). Trotz der eher langweiligen Färbung ist er doch nicht weniger anmutig als seine Wanzen-Verwandten, die sich sonst so in meinem Garten rumdrücken. Und ich habe mal wieder eine neue Art!

Wasserkäfer

Wasserläufer

Der Wasserläufer gehört meines Erachtens eher in den Physikunterricht als in die Biologiestunden, denn er ist ein brillantes Anschauungsobjekt  für die Oberflächenspannung des Wassers und das Phänomen der Gewichtsverteilung. Durch die langen dünnen Beine wird sein ohnehin geringes Körpergewicht noch einmal verringert, so dass die „Füße“ das Wasser nur sanft eindrücken, ohne die Oberflächenspannung zu durchdringen.

Wasserläufer sind jedem bekannt, der gerne an Gewässern spazieren geht und die Natur beobachtet. Sie sind zahlreich auf fast allen Süß-Gewässern anzutreffen (beim Salzwasser wäre der Trick mit der Oberflächenspannung nicht mehr so leicht, aber das ist Physik und Chemie für Fortgeschrittene).

Das Männchen ist kleiner als das Weibchen, und, wie so oft bei Insektenpaarungen, scheint sich das Weibchen belästigt zu fühlen. Jedenfalls „ditscht“ es mit den Vorderbeinen im Wasser rum. Und der Spiegel-Effekt ist auch nicht ohne!

Rückenschwimmer

Ich kenne nur noch einen anderen Wasserkäfer in unserer Region, und das ist der Rückenschwimmer. Da er sich unter Wasser bewegt, ist er längst nicht so bekannt wie der Wasserläufer, aber wenn man ihn erst einmal entdeckt hat, stellt man fest, dass er auch ziemlich häufig ist. Ich weiß nichts über seine „Technik“, unter Wasser zu atmen und an der Wasserunterfläche zu kleben, und abschreiben will ich nicht. Aber er ist sehr hübsch gezeichnet, jedenfalls auf dem sichtbaren Bauch. Von der Form erinnert er an einen Wanze. Scharfe Fotos sind schwer, man muss seinen Autofokus austricksen oder einfach das Fotografen-Metier beherrschen.

Dieser Rückenschwimmer sieht meinen bisherigen Motiven nicht richtig ähnlich, aber das ist wohl den Wassertemperaturen geschuldet. Die Fotos sind im März 2019 entstanden!

Käfer

Erlenblattkäfer

Ein ganz kleines Käfer-Modell, das aber schön metallisch in der Sonne schimmert.

Gartenlaubkäfer

Dieser Käfer ist eigentlich nicht besonders hübsch, auch wenn er teilweise metallisch glänzt. Vielleicht habe ich ihn aber bisher einfach noch nicht scharf genug erwischt

 

Auf dem Foto auf einer Heckenrosenblüte im Gegenlicht machte er jedoch eine gute Figur und winkte sogar in die Kamera. Das Bild stellte ich bei BBC ein (es gab Fremd-Votings) und verwendete es für meinen Familienkalender.

Marienkäfer

Es gibt einige Tiere, Pflanzen und Dinge im Leben, die kennt wirklich jeder. Der Marienkäfer (oder wie ich ihn nenne „Mariechenkäfer“) gehört dazu. Er ist ein beliebtes Glückssymbol und darf auch in keinem Osternest fehlen (aus Schokolade, natürlich). Marienkäfer ernähren sich z.B. von Blattläusen, weshalb sie bei Gartenfreunden sehr beliebt sind. Ich habe mal gehört, dass sie die Schädlinge „melken“, aber darüber weiß ich nichts Konkretes. Kann auch sein, dass sie die Läuse einfach weg mampfen. Die Anzahl der schwarzen Punkte auf dem Rücken ist variabel und hat nichts mit dem Alter der Tiere zu tun. Diese werden meines Wissens nämlich nur 1 Jahr alt.

Zweipunkt Marienkäfer

Auch vom Marienkäfer gibt es Unterarten. In meinem Garten habe ich bisher nur den Zweipunkt-Marienkäfer getroffen, der allerdings auch manchmal gar keine Punkte hat.

Eine Laune der Natur ist die umgekehrte Farbgebung bei einigen Tieren. Dann sind es eben mal rote Punkte auf schwarzem Untergrund.

Mistkäfer

Der Mistkäfer ist auch ein weit verbreiteter Geselle. Man trifft ihn überwiegend im Wald, aber auch auf Wiesen. Er ist kugelig, schwarz und leuchtet blau metallisch.

Im Frühjahr verfolgen die Männchen die Weibchen ausdauernd. Aber das ist ja nichts Neues!

Warum sie so häufig auf dem Rücken liegen und mit den Beinen in der Luft strampeln, weiß ich nicht. Aber ich glaube fest daran, dass es Glück bringt, einem Mistkäfer wieder auf den Bauch zu drehen. Auf manchen Spaziergängen habe ich viel zu tun.

Mistkäfer fliegen selten, und wenn, dann sind sie träge. Darum ist mir wirklich mal ein halbwegs scharfes Flugbild gelungen (nur erschwert durch die Objektgröße).

Hier zeige ich ein Bild vom Eingang einer Mistkäferhöhle. Woher ich weiß, das es eine ist? Nun, kurz vorher ist einer darin verschwunden.

Rosenkäfer

Dieser Käfer leuchtet auch schön metallisch, allerdings grün. Auf den Flügeln sind zarte, helle Querstreifen erkennbar. Er wirkt irgendwie ein bisschen eckig, und ich habe ihn bisher nicht an meinen Rosen gesehen. An der großen Wiese gibt es Heckenrosen, aber meine Fotos sind auf einer mir unbekannten Wiesenblume entstanden (könnte eine Schafgarbe sein).

 

Außerdem hat er auf den Flügeln feine Härchen.

Rotgelber Weichkäfer

Diese Sorte gibt es nicht überall, aber wenn man sie antrifft, dann in Massen. Warum man sie nicht der Kürze halber „oranger Weichkäfer“ genannt hat, bleibt schleierhaft, denn ich würde die Farbe als ein kräftiges Orange bezeichnen.

Bisher habe ich diesen Käfer immer erst im Sommer gesehen, und dann treibt er fleißig Unzucht. Das deutlich größere Weibchen lässt sich dabei nicht beim Futtern stören, nicht einmal, wenn schon eine andere Käferart an der Nahrungsquelle sitzt.

 

Dass sie fliegen können, lässt sich auf folgendem Bild nur erahnen (links).

Schwefelkäfer

Als ich diesen Käfer einmalig an der Wiese am See getroffen habe, dachte ich zunächst an eine blasse Variante des rotgelben Weichkäfers. Aber der Schwefelkäfer ist etwas kürzer und hat immer eine lustige, vorgeneigte Kopfhaltung. Und er war ein Einzelgänger. Leider sind Bilder nicht top-scharf.

Schnellkäfer

An diesem Exemplar bin ich fast verzweifelt, weil er sich auch mit den besten Käfer-Bestimmungsseiten nicht eindeutig identifizieren ließ. Es gibt mehrere Arten von Schnellkäfern, und ich vermute, dass ich einen von ihnen abgelichtet habe. Aber sicher bin ich mir nicht.

Totengräber

Die Bestimmung dieses Käfers war einfach, denn er kam auch in meinem Naturkundebuch vor. Leider war er sehr scheu, und die Bilder sind darum suboptimal. Er ist schwarz und hat 4 paarig angeordnete, gezackte Flecken. Woher er seinen Namen hat, kann ich nicht nachvollziehen.

Veränderlicher Blattkäfer

Auch bei diesem Kandidaten ist mir die Namensgebung schleierhaft. Er hat sich vor mir nicht verändert und saß auch nicht auf einem Blatt, sondern tippelt über den Sandweg an der großen Wiese. Ich finde ihn sehr hübsch und abwechslungsreich „gekleidet“ mit seinen braunen Flügeln und dem metallisch grün glänzenden Rückenschild. Auf dem zweiten Bild sieht man, dass auch die Flügel nette Glitzereffekte besitzen.

Schwarzer Moderkäfer

Ich habe mich ein bisschen geziert, bevor ich diese Fotos ins Sortiment aufgenommen habe. Der Name lässt auf einen Käfer schließen, der übel riechende, feuchte Standorte bevorzugt. Und wo habe ich ihn erwischt? In meinem Schlafzimmer! Er ist dann auf der Flucht auch noch hinter die Heizung gefallen und hat alle Staubfäden und Hundehaare an sich gerissen. Aber er ist eigentlich ganz niedlich. Ich habe ihn nach dem Shooting dann in die Freiheit entlassen und leider nie wieder gesehen. Und geputzt habe ich danach auch!

 

Vierzehntropfiger Blattflohmarienkäfer

Bei solchen Namen komme ich immer noch ins Schwitzen! Ich dachte früher, zusammengesetzte Wörter als Zungenbrecher gäbe es nur bei Politikern. Jedenfalls kann man diesem Käfer seinen Namen nicht auf den Rücken schreiben, denn er ist winzig. Und dass ich ihn beim Laubharken im April 2019 überhaupt entdeckt (und gerettet) habe, verdankte er nur seiner Farbe. Die Punkte habe ich auch nicht gezählt, denn im Garten habe ich keine Lupe. Leider sind die Bilder alle nicht besonders scharf geworden, was bei der Objektgröße nicht verwundert. Auf dem Bild, das ich zeige, sieht man am unteren Bildrand einen Nagelkopf von der Holzverkleidung. Das muss zu meiner Entschuldigung ausreichen. 

 

Unbekannte Käfer

Bei einigen Käfern finde ich weder in meinem Buch noch im Internet passende Bilder und kann die Arten nicht zuordnen. Aber weil es sie nun einmal in meiner Region gibt, zeige ich Fotos.

Die ersten sind nur ein unscharfer Beifang meiner „Jagd“ auf Libellen. Sie saßen am Fließ auf den Teichrosen-Blättern und paarten sich. Auf dem zweiten Bild sieht man auch noch auf dem linken Blatt ein Exemplar. Ich verspreche, dass ich im nächsten Sommer bessere Bilder nachliefere.

Diesen Krabbler habe ich an einem heißen Sommertag auf einem Waldweg entdeckt. Und obwohl er so hübsch ist und ganz charakteristische Merkmale hat, konnte ich nichts Passendes im Net finden.

Hier habe ich noch ein unbekanntes Flugobjekt, das allerdings grade an einem Stängel an der großen Wiese rumklettert. Schwarze Käfer sind wirklich schwer zu bestimmen! 

 

Lichtscheue Krabbeltiere

Für diese allgegenwärtigen Spezies muss ich noch einige Fotos nachliefern. Ich habe nämlich fast keine! Das wird nicht so einfach, denn diese Arten sind extrem scheu (und auf meiner Kamera ist meistens das Teleobjektiv montiert). Sie leben im Verborgenen, und man begegnet ihnen nur, wenn man das Versteck versehentlich zerstört. Dann muss man schnell sein und trotzdem weit genug weg - eigentlich unmöglich!

Ohrenkneifer

Lange dachte ich, dieser Name wäre eine „landläufige“ Bezeichnung, aber das stimmt nicht. Dieser Krabbler heißt ganz offiziell so. Er wird auch Ohrenwurm genannt, was ich noch gruseliger finde. Doch umgangssprachlich ist ein „Ohrwurm“ eher positiv besetzt mit dem Synonym für ein tolles Lied, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Ich kenne niemanden, dem so ein Insekt schon mal ins Ohr gekniffen hat (oder rein gekrochen ist), aber vielleicht war das in früheren Jahrhunderten Gang und Gäbe. Jedenfalls ist dieser Käfer nicht sehr beliebt, was ich gut nachvollziehen kann. Er hat nämlich „Zangen“ an seinem Hintern, die er zum Kneifen benutzen könnte. Ab und zu fällt auch mal eins von den Tierchen in meinen Pool, aber ich habe einen guten Kescher und kann sie meistens retten. Sie können also Feuchtigkeit aushalten!

Eigentlich wollte ich nur einen meiner Steingärten von Laub befreien, da entdeckte ich meinen ersten Ohrenkneifer in diesem Jahr. Und meine Homepage wartet ja auf Fotos von den „Allgegenwärtigen“. Es ist noch nicht optimal, und werde sicher noch bessere nachliefern, aber die Zangen sind ganz gut erkennbar. Normalerweise sind diese Käfer sehr flink und ergreifen sofort die Flucht. Ich glaube, dieser war noch nicht im Frühlings-Modus!

Kellerassel

Dieses Krabbeltier gehört zu den Krebsen, wenn ich den Kreuzworträtselaufgaben trauen kann. Es gibt ein schönes Sprichwort: „Sie rennen weg, wie die Asseln, wenn das Licht angeht!“. Und genau das ist kennzeichnent für Asseln. Sie leben bevorzugt unter Steinen, und irgendwie nie alleine. Nimmt man einen Stein hoch, geraten sie in Panik und verschwinden zügig. Sie sind oval, grau und sehr flach. Wovon sie sich ernähren, weiß ich leider nicht.

Tausendfüßler/ Tausendfüßer/ Hundertfüßer/ Steinläufer

Alles, was lang ist und viel mehr Beine hat als die üblichen Insekten, wird gerne als Tausendfüßler bezeichnet. Biologisch gibt es jedoch wieder einmal gefühlt Milliarden Abweichungen. Das Exemplar, das in meinem Garten immer wieder zum Vorschein kommt, ist ziemlich sicher ein Steinläufer. Auch er fällt, wie die Ohrenkneifer, gelegentlich in meinen Swimmingpool, und überlebt. Und auch er lebt, wie die Kellerasseln, zwischen oder unter den Steinen in meinem Garten. Fotos folgen, wenn er mal wieder auftaucht.

Bei meinen Gartenaktivitäten (entfernen des spät abfallenden Laubes im April) habe ich diesen Tausendfüßer freigelegt. Ich nennen sie ja „Tausendfüßler“, und diese Bezeichnung ist wissenschaftlich auch zulässig. Aber es gibt hunderte Unterarten, und genau meinen Kandidaten habe ich im Internet nicht gefunden. Er ist ziemlich klein. Das dunkelblaue Schrumpel-Ding rechts im Bild ist eine vertrocknete Efeu-Beere, und die sind nicht größer als 5 mm im Durchmesser.

Darum freue ich mich, dass ich diesen Krabbler einigermaßen scharf ablichten konnte. Auf dem nächsten Bild sind die vielen (weißen) Beinchen ganz gut zu erkennen. Gezählt habe ich sie nicht, aber es sind sicher über Hundert (nur auf der sichtbaren Seite), darum ist es kein „Hundertfüßer“. Die habe ich nämlich auch in meinem Garten, aber noch kein Foto.

 

Saftkugler

Ein neuer Geselle bei den Käfern! Er gehört auch zu den Kandidaten, die sich lieber verstecken. Ich habe ihn beim Entfernen des Eichenlaubs in einem meiner Beete entdeckt und hielt ihn zunächst für eine Assel. Da kann man mal sehen, wie ignorant man gegenüber Kerbtieren sein kann, denn er verhielt sich überhaupt nicht wie eine Assel. Zuerst lag er ewig auf dem Rücken und strampelte und  schien nicht in der Lage, sich alleine zu wenden.

Nach den ersten Fotos half ich ihm zärtlich auf die Beine. Und was macht er? Er kugelt sich ein (die Bilder wurden leider alle unscharf)! Irgendwann machte er sich dann mit auffälliger Langsamkeit davon, und mir wurde klar: eine Assel ist das nicht! Mein Naturkundebuch kannte den Käfer. Ich hatte den Namen noch nie gehört. Ich halte die Augen offen und werde bessere Bilder nachliefern.

 

Spinnen

Gartenkreuzspinne

Lange dachte ich, es gäbe unzählige Kreuzspinnen in meiner Region (besonders an meinem Haus), aber da lag ich wohl falsch. Nur weil sie mal kleiner und mal größer, manche bräunlich und manche eher gelb sind, gehören sie doch zur selben Art.

 

 Da hätte auch drauf kommen können, denn die Netze ähneln sich in Größe und Konstruktion.

 Allen gemeinsam ist ein mehr oder weniger deutlich erkennbares Kreuz auf dem Rücken und geringelte Beine.

Die Kreuzspinne sitzt gerne in der Mitte des Netzes und wartet auf Trottel. Nach meinen Beobachtungen kann sie sehr gut unterscheiden, ob ein Beutetier oder ein Feind an den Fäden wackelt. Landet eine Fliege versehentlich im Netz, ist die Spinne sofort zur Stelle und beißt zu. Hier hat sie Libelle erwischt und verspeist sie an Ort und Stelle.

Wenn ich gegen ihr Netz komme (weil ich z.B. meine Terrasse sauber machen will), haut sie sofort über einen „Seitenfaden“ ab.

In der freien Wildbahn ist sogar noch empfindlicher, da nimmt sie schon vor meinem Schatten Reißaus. Wahrscheinlich steht sie auf dem Speiseplan einiger Vögel und hält mich (weil ich groß bin) für eine Gefahr. Das zeugt von Selbsterhaltungstrieb und fehlender Intelligenz, denn kein Vogel ist so groß wie ich. Und es wiederlegt die Ansicht der Spinnen-Phobiker, die hartnäckig behaupten, Spinnen wären hinterhältig und berechnend. Dazu bräuchten sie ein passendes Gehirn, und solche Biester gibt es nur in den Harry-Potter-Märchen.

Winkelspinne

Ich gebe offen zu, dass ich diese Spinnen gruselig finde. Sie sind pechschwarz, haben dicke Beine und werden ziemlich groß. Natürlich zählt immer der Gesamteindruck, denn der Körper der Spinne ist gar nicht so „riesig“. Aber ein ausgewachsenes Exemplar ist umfangmäßig größer als eine Lakritzschnecke (und die machen mir auch eine Gänsehaut, aber nicht wegen der schwarzen Farbe).

Als wir unser Haus vor 20 Jahren kauften und renovierten, stöberten wir ständig diese Spinnen auf. Völlig unvermittelt saßen sie plötzlich an einer Wand, die ich grade tapezieren wollte. Wenn mein Mann nicht verfügbar war, um sie zu entfernen, rief ich die damalige Nachbarin (Haus links von mir, sie ist schon lange weggezogen). Sie war völlig unempfindlich gegenüber Spinnen, zückte in solchen Fällen ein Papiertaschentuch, ergriff damit die Spinne, knüllte beide zusammen und  - steckte sie in die Hosentasche! Ich finde, das ist an Coolness nicht zu überbieten. Trotzdem tat mir die Spinne dann immer irgendwie etwas leid, und ein bisschen übertrieben war es auch. Meine Spinnenphobie hat sich seit der Zeit deutlich verringert. Mein Nachbar (im Haus rechts von mir) behauptet steif und fest, eine dieser Spinnen hätte ihn mal angesprungen. Er ist kein zimperlicher Typ, darum glaube ich ihm, aber meine Vermutung ist, dass die Spinne schwer in Panik geraten war. Denn eigentlich ist die Winkelspinne keine Springspinne. Sie baut ihre Netze in Zimmerecken oder auch draußen, wenn der Winkel stimmt. Die Netze sind trichterartig, und am „Trichterausgang“ sitzt die Spinne und wartet auf Beute. Wenn sie Gefahr spürt, ergreift sie die Flucht. In meinem Haus tauchen solche Spinnen immer wieder sporadisch auf. Ich habe einen Wasserzerstäuber, mit dem ich sie dann besprühe, so dass sie in ihre Verstecke verschwinden. Wo die sind, will ich gar nicht wissen!

Die ersten Beweisfotos kommen jetzt (leider suboptimal). Dieses Exemplar hat etwa eine Gesamtlänge von 3 cm und saß auf einem Karton auf dem Dachboden, der entsorgt werden sollte. Ich war schon froh, dass sie still hielt und sich durch das Blitzlicht nicht erschreckte.

Diese etwa gleich große Spinne kam auch vom Dachboden. Sie saß IN einem Karton, den ich nach draußen stellte, weil ich auf besseres Licht zum fotografieren hoffte. Hätte klappen können, wenn sie nicht ausgebüxt wäre und sich auf ihrer eher gemächlichen Flucht nur auf dunklem Hintergrund hätte ablichten lassen. Hier sitzt sie auf einer Schuhspitze und hat sich ziemlich zusammen gekauert. Auf dem Dachboden war es wohl etwas wärmer. Man kann aber die Rückenzeichnung ganz gut erkennen.

In meinem Garten gibt es haufenweise "Kleinst-Spinnen", die ich immer für eine eigene Art hielt. Aber nach eingehender Recherche im Net handelt es sich wohl um Winkelspinnen-Babys. Nun, sie sind auch wirklich nicht ansatzweise so beeindruckend wie ihre Eltern.

 

Weberknecht

Auch bekannt als „Opa Langbein“ und angeblich in allen Häusern beheimatet. Aber hier muss ich mal ein altes Missverständnis ausräumen. Nur, weil „etwas“  lange, dünne Beine hat, muss es noch lange kein Weberknecht sein. Schnacken sind z.B. auch so konstruiert. In meinem Haus leben dürre, langbeinige Spinnen, die sich auch fleißig vermehren. Aber es sind keine Weberknechte. Die leben in meinem Garten! Im Haus habe ich die Zitterspinne (genauere Beschreibung: siehe unten). Darum kann ich über Weberknechte wenig berichten und nur ein paar Bilder zeigen, auf denen ein Exemplar in meinem Garten im Sommerflieder rumturnt.

Zitterspinne

Diese Spinne lebt in meinem Haus. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, sie mal loszuwerden. Allerdings stört sie auch nicht weiter, und ich hoffe, dass sie im Sommer die Mücken fängt. Aber sie baut keine nennenswerten Netze, so dass ich nicht sicher sein kann, ob die Gespinste an der Decke ihre Werke sind oder einfach Staubfäden. Sie sitzt bevorzugt in den Decken-Ecken und zeugt hunderte Jungtiere (kleiner als ein Sandkorn), die dann in den Gespinsten rumkrabbeln. Möchte nicht wissen, wie viele Babyspinnen ich mit meinen gelegentlichen Staubsaugerattacken schon gemeuchelt habe. Aber es überleben immer noch genug. Nicht selten sitze ich abends bei künstlichem Licht an meinem PC, und eine Minispinne seilt sich direkt vor meinen Augen ab. Die leite ich dann manuell mithilfe ihres Fadens derartig um, dass sie neben meinem Schreibtisch den Boden erreicht.

Mein Wissen, dass es sich hierbei um eine Zitterspinne handelt und nicht um einen Weberknecht (wie ich lange irrtümlich annahm), liegt darin begründet, dass sie zittert, wenn sie sich bedroht fühlt (offensichtlich namensgebend!). Und das ist wirklich untertrieben. Eigentlich zirkuliert sie um sich selbst, und das minutenlang, wenn die Gefahr (z.B.  meine Putzaktivitäten) noch nicht vorbei sind, weil ich den Staubsauger nicht so schnell herbei schaffen kann. Das fand ich schon jahrelang faszinierend, ohne den Grund zu kennen. War einfach eine Falschbestimmung der Spezies. Man muss sich eben mal über seine Haustiere informieren!

(bessere Bilder liefere ich nach, sobald ich eins scharf bekomme. Das Objekt ist nicht grade ein Kinderspiel für meinen Autofokus)