Blaumeise

Vorkommen:   

überall das ganze Jahr

Merkmale:        

kleiner Vogel mit wenig dominantem Kopf, Kopf weiß mit hellblauer Kappe und feiner schwarzer Zeichnung, die durch beide Augen verläuft und unter dem Schnabel bis zum Hals, teilt sich dann am Hals und trifft am Hinterkopf wieder zusammen, darunter ist nochmal ein heller Bereich, Bauch gelb (blass bis kräftig), Rücken grünlich, Flügel und Schwanz auch blau, Füße dunkel, kurzer, dunkler Schnabel

Nahrungsverhalten:     

Insekten, Samen, gerne am Futterhaus und Meisenknödel, jagt gerne größere Meise von der Lieblingsfutterstelle weg

Fortpflanzung: 

1-2 Bruten im Jahr, besucht Nistkästen

Begegnungen:

Diese Meisenart ist wahrscheinlich jedem Deutschen bekannt, denn sie ist in Städten genauso verbreitet wie auf dem Land. Sie ist deutlich kleiner als die Kohlmeise und sieht irgendwie niedlicher aus, weil der Kopf nicht so ausgeprägt ist. Aber sie ist genauso energisch beim Kampf am Meisenknödel und vertreibt die größeren Vögel, wenn es sein muss. Sie ist auch nicht besonders scheu.

 

In unseren Nistkästen haben Blaumeisen schon mehrfach erfolgreich gebrütet. 2012 haben wir den Moment miterlebt, an dem die Küken das erste Mal ausflogen. Das war ein Ereignis. Es war ein Heidenspektakel, denn die Eltern sitzen an verschiedenen Punkten in der Nähe und piepsen wie verrückt. Ich vermute, sie locken die Kleinen damit aus dem Nistkasten. Aber besonders laut wird es, wenn sich Feinde nähern wie zum Beispiel die Katzen, die entweder bei uns oder den Nachbarn leben. Dann versuchen die Eltern die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und locken die Feine von den Jungen weg, die noch ziemlich unbeholfen von Zweiglein zu Zweiglein hopsen oder im ungünstigsten Fall auf dem Boden gelandet sind und noch nicht wieder hochfliegen können. Damals hatte ich noch keinen besonders guten Fotoapparat, aber für ein paar coole Aufnahmen hat es doch gereicht.

Blaumeisen bleiben auch im Winter bei uns und bedienen sich gerne an den Futterstellen. Sehr beliebt sind auch die abgeblühten Sonnenblumenköpfe, die ich in einem Jahr auf der Terrasse aufgehängt habe, aus denen sie sich die Kerne picken. Dabei sind die Kerne für die kleinen Schnäbel etwa so groß, wie ein Big Mäc für einen Kindermund. Aber die Vögel werden ja wissen, was sie da tun.

Bisher war mir nie klar geworden, dass Vögel auch trinken. Dafür brauchen sie aber keine Vogeltränke, denn sie suchen sich ihre ganz besonderen Stellen. Die Blaumeisen gehen dazu gerne an den Auslauf der Regenrinne, in dem sich immer eine kleine Wasserpfütze sammelt. Wenn alles gefroren ist, picken sie am zugefrorenen Gartenteich an der Eisoberfläche.

Ich weiß nicht, ob Blaumeisen dauerhafte Partnerschaften pflegen oder sich jedes Jahr neu verlieben. Leider sehen sie sich alle ziemlich ähnlich. Auch den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen habe ich noch nicht herausgefunden. Sie sind auch manchmal einzeln anzutreffen und fallen nicht in Gruppen über die Knödel her wie z.B. die Schwanzmeisen. Jedenfalls sind sie bei uns im Garten jedes Jahr in ausreichender Zahl vertreten, so dass ich mir um ihren Bestand keine Sorgen machen muss.

Ich glaube, dass ich in diesem Jahr zwei Jungvögel erwischt habe, weil die Blaufärbung am Kopf noch ziemlich dezent ist. Und weil ich von diesem allgegenwärtigen Vogel noch nicht so viele Bilder gezeigt habe, stelle ich die Fotos vor.