Entsorgung von Sondermüll

Ich habe schon bei den „Texten“ ziemlich ausführlich über die Entsorgung von Müll in unseren Wäldern geschrieben und möchte mich, was meine Meinung dazu angeht, nicht wiederholen (denn da habe ich eigentlich alles gesagt). Darum gibt es auf dieser Seite überwiegend Fotos, und ich bedauere, dass ich damals die wild abgelegte Autostoßstange (auch „Schürze“ genannt) nicht geknipst habe. Leider habe ich auch kein Bild von der orangen Schaumstoffmatratze, die einige Monate an der Nebenstraße in der Schonung lag, gegenüber von meinem Sonnenblumenfeld.

Bei den meisten Objekten, die man findet, handelt es sich entweder um sperrige Teile, die sich nicht ohne weiteres zerkleinern und in eine Tonne stecken lassen, oder um Elektroschrott. Bei Letzterem bin ich von der Müllabfuhr übrigens etwas enttäuscht. Früher durfte man einen kaputten Föhn oder Eierkocher in den Hausmüll werfen, aber das ist seit ein paar Jahren verboten (kann und muss recycelt werden). Die Müllabfuhr holt zwei Mal im Jahr Elektroschrott kostenlos ab, aber sie kommt nicht extra für Kleingeräte. Wenn ich also meinen Kühlschrank abholen lassen will, ist das kein Problem, und ich darf einen Karton mit Kleingeräten dazu stellen. Zum Glück gehen meine Großgeräte aber nicht jedes Jahr kaputt (noch nicht!), was aber bedeutet, dass ich wegen meinen defekten Radiowecker zur Sammelstelle fahren muss. Ganz ehrlich: wer macht denn das? Das „Schadstoffmobil“ (tolle Einrichtung!!!) kommt zwei Mal im Jahr, und es nimmt Batterien, giftige Flüssigkeiten aller Art und sogar Bitumreste (das ist wasser-abdichtende Zeug fürs Dach)mit, aber keine Taschenlampe! Ich finde, beim Entsorgen von Elektrokleingeräten besteht noch Nachbesserungsbedarf. Schließlich werden diesen Geräten Rohstoffe entnommen, die wirklich wiederverwertet werden. Das heißt, jemand kann damit Geld verdienen. Und das könnte wirklich in eine lebenstaugliche Lösung investiert werden. Elektromärkte nehmen zwar Kleingeräte zurück, aber für Oma Krause sind diese vielleicht unerreichbar, wenn sie mal eine alte Lichterkette wegschmeißen will. Und jeder, der sammelt, bevor er entsorgt, stellt schnell fest, dass auch eine Klappbox mit Kleingeräten ein ganz schönes Gewicht hat (und die muss vom Auto in den Elektromarkt rein getragen werden).

Mir schwebt da ein Elektromüllcontainer vor, der z.B. bei Poststellen aufgestellt werden kann (die werden ja auch zentral eingerichtet, nachdem die Post ihre „Ämter“ drastisch reduziert hat). Und natürlich sollte kontrolliert werden, was da rein geworfen wird. Um die Mitarbeiter  der Poststellen mit der Zusatzaufgabe nicht übermäßig zu nerven, könnten die Annahmezeiten auf z.B. 2 x pro Woche für 1 Stunde festgelegt werden. Das erscheint mir praktikabel! Und Kontrolle ist wichtig! Vor 20 Jahren gab es in unserem Ort je einen Container für Papier und für Verpackungsmüll. Die wurden ziemlich schnell abgeschafft, weil darin (der praktischen Größe wegen) alles entsorgt wurde, was kostenlos weg musste. Die Container kamen weg, und seitdem haben wir den Dreck im Wald. So sind die Menschen!

Kommen wir also zu den Beispielen. Es gibt keine Rangfolge, und wenn ich neue Sünden entdecke und fotografiere, stelle ich sie hinten an. Und dass nichts von 2017 dabei ist, heißt nicht, dass es damals keine Schandflecke gab. Ich habe sie nur nicht fotografiert! Ich schreibe die Fundorte dazu, denn wer meine Vogel-, Säugetier- und Insektenseiten mag, der ist vielleicht ein bisschen entsetzt, mit welchen Schadstoffen meine Lieblinge ihren Lebensraum teilen müssen.

Hier hatte wohl jemand den Bedarf für Bauchemikalien bei seinem Projekt überschätzt. Das ist Sondermüll und muss zur Deponie. Aber warum, wenn man es an einem Waldweg abschmeißen kann? Februar 2016 an der großen Wiese.

Wer auch immer seine alten Dachwellplatten entsorgen musste, fand wohl, die Waschmaschine kann auch gleich mit mitfahren. Der Schnee kann sie leider nicht zur Verwesung bringen, aber die Sachen wurden glücklicherweise irgendwann vom Ordnungsamt entfernt. Das Bild an der großen Wiese ist auch vom Februar 2016.

Hier hat jemand mal richtig kreativ gesammelt, bevor er seinen Müll mitten im Wald im Mai 2016 entsorgt und dabei auch noch einen Waldweg befahren hat, der nur dem Förster zusteht! Ich kann nicht alle Objekte zuordnen, aber da ist definitiv ein alter Röhrenfernseher neben einem Kühlschrank zu sehen. Und der Einkaufswagen wurde zweifellos geklaut, dann demoliert und mit Dingen, die man bei „seinem alten Zuhause“ sicher nicht kaufen konnte, gefüllt und im Wald ausgesetzt. Was in den Tüten drin ist, will ich gar nicht wissen!

Dieses Bild ist noch frisch, grade mal ein paar Wochen alt. Ich schwöre bei meiner Knipser-Ehre, dass ich diesen Sündenfall  weder selbst hergestellt noch umdekoriert habe, um was Originelles für meine „Sünder-Seite“ anzubieten. Der Elektrowasserkocher wurde von jemand anderem so arrangiert, und seit dem zermartere ich mir das Hirn, was diesen „Jemand“ dazu motiviert hat. Erstens ist das Gerät klein genug für jede öffentliche Mülltonne (z.B. an den Bushaltestellen). Zweitens: Wer geht bitte mit einem Wasserkocher in den Wald? Und drittens: Wenn ich meinen Elektroschrott schon im Wald entsorge, dann würde ich ihn doch ein bisschen verstecken (da gibt es reichlich Möglichkeiten)! Oder hofft der „Jemand“ darauf, dass es ein umweltbewusster Mitbürger sieht, Mitleid hat und dem armen Gerät ein neues Zuhause anbietet? Nun, dann hätte der „Jemand“ nicht das Plastikladeuntergestell (zerborsten) 100 m weiter ins Dickicht werfen sollen! So sehr ich auch nachdenke – ich sehe keine Logik! Und so betrunken kann niemand sein!

Nun kommen wir zu zwei Fällen, die mich besonders zornig machen. Denn es wurden sperrige Kinderspielzeuge im Wald entsorgt. Bild 1 ist vom Wegrand an der großen Wiese (kaputt – siehe fehlendes Vorderrad), Bild 2 von der nicht öffentlichen und oft malträtierten Badestelle am Seddiner See (nach einem Badeausflug im Sommer einfach zurück gelassen, weil es kaputt war). Was geht in den Eltern vor? Denn es sind Eltern, und zwar junge bzw. frische Eltern, die eigentlich den Umweltschutz mit der Muttermilch aufgesogen haben müssten. Sie denken vielleicht, dass Plastikmüll keine Schäden für die Umwelt hervorruft, wenn man ihn irgendwo aussetzt. Und vielleicht stimmt das sogar. Aber hier wird offensichtlich erwartet, dass sich irgendjemand mit der umweltgerechten Entsorgung auseinander setzt und den Schrott einsammelt. Liebe Leute! Was fällt Euch ein? Die Mitarbeiter vom  Ordnungsamt sind für die Ordnung in der Gemeinde zuständig, nicht für Eure Müll-Probleme! So wie Ihr tickt, habe ich Angst vor Euren Kindern, wenn sie mal erwachsen sind. Denn anscheinend ist Euch ein umweltbewusstes Verhalten nicht wichtig, darum werdet Ihr es auch nicht an Euren Nachwuchs weiter geben.

Diese Bild zeigt keinen Sondermüll, aber die Tat eines Umweltignoranten, der sich wohl für besonders originell hielt, denn er hat seine Energiedrink-Dose im Wald ja nicht einfach auf den Boden geworfen! Wow, wie cool! Und was macht das für einen Unterschied? Ein Umweltverschmutzer bist Du trotzdem, und zudem ein ziemlich dämlicher! Denn auf diese Dosen gibt es Pfand!

Weil ich keine Extraseite für die Entsorgung von normalem Müll eröffnen will, zeige ich an dieser Stelle Bilder von der Wiese am See. Den entsorgten Verpackungsmüll (wahrscheinlich von einem fröhlichen, illegalen Wildcampingwochenende an der nichtöffentlichen Badestelle) auf der Wiese hätte wahrscheinlich niemand bemerkt, weil das Gras der wilden Wiese so schön hoch stand. Leider wird auch diese Wiese 1 x im Jahr gemäht. Und dann kommt das dabei raus:

Das nächste Bild ist an einem kleinen Wehr an der Nieplitz aufgenommen. Was sich da verfangen hat, erinnert an „Babysachen“. Es ist definitiv aus Plastik und hat einen Gummizug, aber für eine Windel ist es zu groß. Keine Idee, was hier entsorgt wurde, aber es scheint nicht biologisch abbaubar zu sein. Bei meinem nächsten Besuch war es weg.

Apropos Windeln! An der großen Wiese hat jemand schon vor Monaten 3 benutzte Baby-Windeln weggeschmissen. Auch das lässt mich an dem Verstand des Elternteils oder der Eltern zweifeln. Ich weiß aus Erfahrung, dass man bei einem Spaziergang mit dem Kinderwagen keine Windeln mit sich führt, weil das Baby, selbst wenn es die Windeln frisch füllt, nicht sofort gewickelt werden muss. Ist ja in der kühlen Jahreszeit auch nicht sehr angenehm für den kleinen Spross. Außerdem wickelt es sich im Kinderwagen nicht grade rückengerecht. Und selbst wenn sich die Zeiten geändert haben, und man das heutzutage auch auf Spaziergängen macht, dann frage ich mich: Wieso 3 Windeln? Ich kenne hier niemanden, der Drillinge hat. Und natürlich kann man auch in diesem höchst unwahrscheinlichen Fall die Windeln mit nach Hause nehmen und im Hausmüll entsorgen, wie es sich gehört. Moderne Babywindeln sind dazu konzipiert, Flüssigkeiten aufzunehmen und nicht wieder raus zu lassen. Da muss doch auch dem größten Ignoranten klar sein, dass sie nicht im Wald verrotten!

Einen Größenvergleich bekommt man nur durch die daneben liegenden Eichenblätter, aber ich schwöre, dass die Windeln anfangs nicht so voluminös waren. Das ist allerdings ein Beweis für meine Feststellung, dass diese Wunderwerke für den empfindlichen Babyhintern gigantische Mengen Flüssigkeit aufnehmen können und es tun, bis die Plastikhülle ihnen Grenzen setzt.

Jetzt im Februar ist unser See leicht zugefroren und das Schilf an einigen Stellen ziemlich ausgedünnt. Das ist der natürliche Kreislauf. Als ich mit meinem Sohn und unserem Hund eines Abends am Ufer auf der Suche nach ein paar Kieseln war, die man auf das Eis werfen und "zwitschern" lassen kann, entdeckten wir neben dem üblichen Müll (leider Unmengen zerbrochene Glasflaschen) diesen besonderen Gegenstand. Und wieder mal die Frage der Fragen: Wer hat einen Teppichklopfer in den Schilfgürtel geschmissen - und warum? Weit und breit steht nicht mal eine Wochenendhütte!

Allerdings kann man nicht sagen, wie lange er schon dort liegt, denn er ist komplett mit Plastik überzogen und darum witterungsbeständig. So tief wie in dieser Zeit stand der Wasserspiegel des Sees noch nie, also ist er vielleicht ein Relikt aus einer Zeit, als man sich am See noch gegen Ungeheuer bewaffnen musste. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.