Haussperling

Vorkommen:

Bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen und natürlich zahlreich in Städten, ganzjährig, solange ich weiß, was ein Vogel ist, bei uns ein Schwarm in der Nähe der Häuschen am See, jedoch nicht am Fließ. Am Blankensee auch nur im besiedelten Teil, nicht in der Wildniss

Merkmale:

Brauner Vogel, Größe bekannt, Männchen mit grauer Kopfplatte und rostroten Kopfseiten, grauen Wangen und schwarzem Kinn, Bauch und Brust hell, Brust manchmal mit durchwaschen schwarzen Anteilen, Weibchen einheitlich braun, etwas meliert, zarter Überaugenstreif, Jungvögel

Nahrungsverhalten:

Fressen alles, was verdaulich ist, gerne auch Essensreste der Zweibeiner. Scheinbar vertragen sie auch die schlimmsten Nahrungssünden (Fast Food, ölig, fettig, ranzig)

Begegnungen:

Wenn ich nicht ein schlaues Buch mit Vogelbildern hätte, wüsste ich nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Haus- und einem Feldsperling. Und in der freien Natur könnte ich sie ohnehin nicht unterscheiden. Ich würde einfach sagen: die in der Stadt sind Haussperlinge und die auf dem Feld eben Feldsperlinge. Aber es gibt einen sichtbaren Unterschied am Kopf. Die Wangen des Haussperlings sind grau und die des Feldsperlings weiß mit einem schwarzen Fleck in der Mitte. Natürlich könnte man jetzt vermuten, dass der Dreck der Großstadt die Wangen des Haussperlings einfach ein bisschen eingesaut hat. Aber wahrscheinlich hat sich das mit der grauen Wange im Laufe der Evolution als günstig erwiesen für den Hausspatz.

Jedenfalls habe ich zwar ein Haus, aber das steht im Wald. Und darum gibt es in meinem Garten weder den einen noch den anderen Sperling. Wohl aber hinter dem Wald an der großen Wiese. Da leben einige Exemplare der Feldsperlinge in eher kleinen Gruppen. Sie sind nicht an Menschen gewöhnt und darum viel scheuer als die Haussperlinge in der Stadt, aber genauso scheu wie die Verwandten am See. Dort, in der Nähe von einigen Häusern, lebt nämlich ein stattlicher Schwarm Haussperlinge. Der Schwarm besteht das ganze Jahr. Im Winter plustern sich die Vögel zu kleinen grauen Wattebällchen auf.

Alle meine Sperlinge sind immer ziemlich lebhaft und schwatzen munter vor sich hin. Im Flug sind sie wegen ihrer Farbe unauffällig, aber weil sie die ganze Zeit zwitschern, und ich diese Laute aus der Stadt kenne, weiß ich immer, wen ich da vor mir habe. Überhaupt ist der Haussperling der Inbegriff des Kulturfolgers. In Berlin kommen geschätzt auf jeden Einwohner 10 Spatzen, wenn nicht mehr. Sie fressen alles, was der Mensch so auf den Boden krümelt und wegwirft, tummeln sich an Mülleimern und in der Nähe von Currywurst-Buden. Der freche Berliner Spatz kennt keine Scheu. Mit ein bisschen Geduld frisst er aus der Hand, wenn man draußen im Cafe sitzt, Cappuchino schlürft und den dazu gereichten Keks teilen will.

Am Seediner See leben zwar auch Menschen, aber das ist kein Vergleich zur Großstadt 25 km weiter nördlich. Darum ernährt sich „unser Haussperling“ überwiegend von dem, was die Natur ihm bietet, denn wir haben zum Glück kein (richtiges) Abfallproblem. Was das ist, weiß ich nicht, aber ich tippe auf die übliche Rohkost wie Körner, Samen und Beeren. Zur Fortpflanzung kann ich leider auch keine Beobachtungen beisteuern, aber da sie bisher noch nicht ausgestorben sind, tippe ich darauf, dass es gute Bedingungen dafür gibt. In einem Nachbarort habe ich im Juli eine Reihe Spatzen auf einem Zaun gesehen, die noch ziemlich blass gefiedert waren. Darum habe ich sie als Spatzenkinder katalogisiert.

Auch wenn der Vogel optisch nicht so viel hermacht, und der Gesang nicht fantasievolle Melodien besticht: im Sonnenuntergang und Gegenlicht kann man trotzdem schöne Fotos machen.